© Benno Werner

© Benno Werner

Energie und Ernährung im Rhythmus der Jahreszeiten

Die ganzheitlich integrative Ernährung

Knaur  1994

ISBN 978 3-426-76066-6

Unser Organismus ist im Lauf eines Jahres starken Schwankungen unterworfen. Er arbeitet im Frühling völlig anders als im Herbst und im Sommer ganz anders als im Winter. Alle Organe, alle physiologischen Parameter und alle Stoffwechselfunktionen sind von diesen Veränderungen betroffen.

Im Winter hat unser Körper einen höheren Grundumsatz, weil er mehr Wärme produzieren muss. Im Frühling muss er seinen Frühjahrsputz erledigen und die Schlackenstoffe, die sich den Winter über angelagert haben, ausschwemmen. Gleichzeitig steht die Verbrennung von Körperfett im Vordergrund, weil er sich auf den Sommer vorbereiten muss. Dann nämlich sind die Temperaturen wesentlich höher und er muss viel Wärme nach außen abgeben, damit er nicht überhitzt. Im Herbst muss unser Organismus Kräfte sammeln. Ganz besonders wichtig ist es jetzt, das Immunsystem zu stärken, damit wir unbeschadet über den Winter kommen – die bedrohlichste aller Jahreszeiten.

Diese unterschiedlichen Aufgaben bringen es mit sich, dass unser Organismus in den unterschiedlichen Jahreszeiten unterschiedliche Bedürfnisse hat. Während wir im Sommer eher eine leichte Kost benötigen, die eine kühlende Wirkung in uns entfaltet, brauchen wir im Herbst und im Winter eine deftige Kost, die unseren Körper erwärmt. Pauschalaussagen wie „Äpfel sind gesund“ oder „Keimlinge sind gesund“ helfen da nicht weiter. Die Frage, die uns dem Verständnis der Gesundheit näher bringt, ist nicht „Was ist gesund?“, sondern vielmehr „Wann ist etwas gesund und wann nicht?“.

Die Natur weiß wieder einmal Rat. Wie immer sorgt sie sich bestens um unser Wohlbefinden. Sie lässt am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt, die richtigen Nahrungsmittel wachsen. Wir müssen also nur hinaus gehen in die Natur, um zu sehen, was für uns gesund ist. Wenn es Frühling ist, dann finden wir Rettiche, Radieschen, Keimlinge, Spargel, Erdbeeren  und die ersten Kirschen. Im Sommer sehen wir Stachelbeeren, Johannisbeeren, Aprikosen und Pfirsiche und im Herbst sind es Pflaumen, Weintrauben, Sellerie und Rote Bete, die uns die Natur zur Verfügung stellt. Viele Gemüsesorten, die im Herbst geerntet werden können, lassen sich auf natürliche Art und Weise einlagern, so dass wir auch im Winter ein reichhaltiges Nahrungsmittelangebot vorfinden.

Dieses Buch beschreibt, wann unsere heimischen Nahrungsmittel geerntet werden können, welche Heilwirkung sie in uns entfalten und welchen kulturellen Hintergrund sie haben.    zurück

Benno Werner


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